Viertes Auge
- Hilde

- 3. Apr.
- 1 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 5. Apr.

Im Farn sitzt ein kleiner Geist.
Keiner kennt den Namen.
Wie er wohl heißt.
Der Geist lebt zwischen den Steinen.
Fern von der Welt.
Er weiß nicht, was man von ihm hält.
Er öffnet ein Auge.
Dann zwei. Dann drei.
Ein Vogel fliegt im Federkleid vorbei.
Hey Vogel, gibt es noch mehr in dieser Welt?
Der Vogel sagt nichts.
Wie sich eben ein Vogel verhält.
Der Geist schläft ein.
Die Aufregung war zu groß.
Und in seinem Traum entfaltet sich der Menschheitskloß.
Er sieht Kriege und Liebe.
Und Wut und Eifersucht.
Der Mensch ist nur Mensch wegen seiner Wucht.
Der Geist erwacht und lacht.
Und trauert und schäumt.
Er fragt sich: Wer wacht über alledem?
Ist da eine höhere Macht?
Ein weiser Verstand?
Ein Etwas, das alles wiegt, so sacht?
Der Geist öffnet sein viertes Auge.
Das war die ganze Zeit da.
Sag Auge, ist das alles wahr?
Das Auge schaut spöttisch.
Es kennt nur das Wahre.
Es sehnt sich nach Untergang.
Klang alter Tage.






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